Vorgeschichte siehe Wochenrückblick #47. Kurz nachdem ich die Rechnung über die Polierarbeiten (40 €) unserer Haftpflichtversicherung zugesandt hatte, erhielten wir die Nachricht, dass der Schaden wegen der Geringfügigkeit der Schadenshöhe erstattet wird. Mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Als Grund vermutete ich, dass unsere durchgeknallte Lady und wir bei derselben Versicherung versichert waren (Haftpflichtversicherung bzw. Vollkaskoversicherung HUK). Anstelle den Vorgang zwischen zwei Abteilungen hin- und her zu schieben, war es für die Versicherung günstiger, den Schaden von vornherein zu zahlen. Nein, der Fall lag anders. Unsere durchgeknallte Lady hatte sich selbst aktiv in die Schadensbegleichung eingeschaltet. Sie hatte bei der Versicherung angerufen und sich nach dem Bearbeitungsstand erkundigt. Dabei entwickelte sie soviel Überzeugungskraft, dass der Schaden erstattet wurde. Dies erfuhren wir einige Tage später, als sie entrüstet bei uns anrief. Wir hätten den Schadenshergang der Versicherung falsch geschildert. Die Ursache sei nicht ihr falsches Parken gewesen, sondern der unsichere Gang unserer Tochter. Im nachhinein bedauerte ich mein eigenes Entgegenkommen, den Schaden unserer Haftpflichtversicherung zu melden. Ich hätte Lust gehabt, mich über Rechtsanwälte über 40 € zu streiten. Ich habe mich maßlos geärgert, dass sie sich mit ihrer Frechheit durchgesetzt hat.
Weihnachtsfeier mit Arbeitskollegen
Unsere Weihnachtsfeier haben wir nun im dritten Jahr in Köln gefeiert. Vor zwei Jahren sind wir durch den Dom geführt worden, letztes Jahr waren wir hoch oben auf den Dächern des Kölner Doms, in diesem Jahr ging es in die Ausgrabungen unter dem Dom. Für archäologische Zwecke wurde zu einem Teil die Fläche unter dem Dom ausgegraben. Im Dom selbst wurde dazu der Fußboden entfernt, die Fläche darunter wurde mit Beton ausgegossen und darüber wurde der Fußboden wieder eingesetzt. Im Untergrund ähnelte der Dom einem löchrigen Käse. Imposant waren die herausragenden Fundamente des Kölner Domes. An einer Stelle wurde siebzehn Meter tief bis zum Boden der Fundamente gegraben. Unvorstellbar, dass mit Baubeginn (1248) eine siebzehn Meter tiefe Baugrube mit den seiner Zeit vorhandenen technischen Mitteln ausgegraben worden war. Das Mauerwerk der Fundamente mit einer Dicke von rund zwölf Metern war an einer Stelle ebenso freigelegt worden. Die Führung, die bis hin zu den Mauern eines römischen Wohnhauses unter dem Dom führte, dauerte rund 45 Minuten. Danach gingen wir in einem Restaurant am Kölner Heumarkt essen.
Adventsbasar in der Schule
Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbasare, Weihnachtsfeiern, in der Vorweihnachtszeit verliere ich schnell den Überblick, wann was wo stattfindet. Letzten Freitag war der Adventsbasar in der Grundschule an der Reihe. Meine Frau war auf ihrer Fortbildung, so dass ich alleine mit unserer Kleinen in die Grundschule gegangen bin. Lange Zeit war sie eigenständig mit dem Anfertigen eines Lesezeichens in ihrer Klasse beschäftigt. Habe ich mir eine zeitlang angesehen, dann bin ich runter in die Cafeteria einen Kaffee trinken. Habe aber niemanden gesehen, den ich so richtig kannte. Wieder rauf zu unserer Kleinen, die unverändert mit Malen und Ausstechen an ihrem Lesezeichen beschäftigt war. Habe mich zwischendurch fünf Minuten mit einer Mutter aus unserer Nachbarschaft unterhalten. Wieder runter in die Caféteria, wieder rauf. Ich kam mir überflüssig vor. Das sind die Nachteile, wenn ich nicht mit dem halben Dorf vernetzt bin. Später erlöste mich meine Frau, als sie eintrudelte. Eine positive Nebenerscheinung gab es: unsere durchgeknallte Lady war nicht aufgetaucht. Wenn ich ihr begegnet wäre, hätte ich für nichts garantieren können.
Weihnachtsmarkt in Troisdorf
Weil wir nach Anziehsachen schauen wollten, waren wir letzten Samstag zufälligerweise auf dem Weihnachtsmarkt in Troisdorf gelandet. Es war eine Kombination von Einzelhandelsgeschäften und Weihnachtsmarkt, die ich so noch nicht kannte. Die Geschäfte waren in den Weihnachtsmarkt integriert, wobei diese Auflagen erfüllen mussten, dass die Verkaufsstände in den weihnachtlichen Rahmen passen mussten. So verkaufte ein Modeladen in einem Weihnachtsstand Wollmützen. Ein Bio-Laden verkaufte an einem Stand biologisch angebautes Ost, eine Bäckerei Plätzchen, ein Floristik-Atelier Adventskränze usw. Anfangs stutze ich, als ich einen Stand mit „S’Oliver“ sah. Die Geschäfte nahmen aber nicht Überhand, sondern fügten sich harmonisch ein. Da der Weihnachtsmarkt sich über die gesamte Länge der Fußgängerzone erstreckte, kam mir das Bummeln entspannt vor.
Billig-Löhne
Über ihre Fortbildung schafft meine Göttergattin es, in Tabu-Zonen einzudringen, nämlich: wie viel man so verdient. All diejenigen, die gemeinsam mit ihr an der Fortbildung teilnehmen, haben Kontakt zu anderen, die nach absolvierter Fortbildung einen Job gefunden haben. Zwei Fälle sind in der Fortbildung erzählt worden, bei denen das Lohnniveau für eine Tätigkeit als Bürokaufmann/-frau bei 1.500 € brutto liegt. Der erste Absolvent ist in der Buchhaltung tätig, der zweite Absolvent tippt für eine Krankenkasse Rezepte in ein IV-System ein. Für den zweiten Absolvent kursierte ein Netto-Verdienst von 1.050 €. Je nach den persönlichen Verhältnissen – ob verheiratet/ledig, ob Ehefrau Einkommen oder nicht, wie viele Kinder – liegt das Netto-Verdienst mal knapp unterhalb, mal knapp oberhalb des Hartz IV-Satzes. Dieses Gehaltsniveau erzeugte bei den Teilnehmern an der Fortbildungsmaßnahme lange Gesichter. Sie haben vielleicht eine Perspektive, danach einen Job zu finden. Die Perspektive ist aber dürftig, davon eine Familie ernähren zu können.





